Instrumente & Klangwelten

Klavierspiel. Klang. Geschichte. Recording.

Unterrichtsraum der BLJ Academy mit Grotrian-Steinweg-Flügel, Kawai Stage Piano, Mikrofon und Recording-Setup

Instrumente sind in der BLJ Academy of Music & Creative Arts™ nicht nur Werkzeuge. Sie sind Teil des Unterrichts, Klanglabor, historische Zeugnisse und Ausgangspunkt für musikalisches Denken.

Instrumente als Teil des Unterrichts

Ein Klavier kann weit mehr vermitteln als Tonhöhen, Fingersätze und Repertoire.

Es lehrt Gewicht, Bewegung, Klangentwicklung, Resonanz, Dynamik, Artikulation und musikalische Vorstellungskraft.

Digitale Instrumente eröffnen darüber hinaus eine zweite Ebene: Klang kann verändert, geschichtet, aufgenommen und analysiert werden.

Deshalb stehen in der BLJ Academy unterschiedliche Instrumententypen nebeneinander.

Nicht als technische Sammlung, sondern weil jedes Instrument andere Fragen hörbar und erfahrbar macht.

Kawai MP9500 & MP10

Klaviergefühl trifft Klanglabor

Die Kawai Stage Pianos MP9500 und MP10 gehören zu den zentralen Unterrichtsinstrumenten der BLJ Academy.

Ihre Holztastaturen ermöglichen ein differenziertes Arbeiten an Anschlag, Gewicht, Kontrolle, Repetition und Dynamik und vermitteln dabei ein Spielgefühl, das sich deutlich an der Mechanik eines akustischen Klaviers oder Flügels orientiert.

Gleichzeitig besitzen sie Eigenschaften, die im Unterricht zusätzliche Möglichkeiten eröffnen.

Sie sind jederzeit spielbereit und gestimmt. Unterschiedliche Klavier- und Instrumentenklänge lassen sich unmittelbar vergleichen. Sounds können kombiniert, geschichtet und gezielt verändert werden.

Damit wird das elektronische Instrument nicht zum Ersatz für den Flügel, sondern zu einer eigenen musikalischen und didaktischen Perspektive.

Was passiert eigentlich mit einem Klang?

Ein elektronisches Instrument macht hörbar, dass ein Klang nicht einfach nur „da“ ist. Er entsteht, entwickelt sich und klingt wieder aus.

Wie schnell beginnt ein Ton? Wie verändert er sich nach dem Anschlag? Wie lange bleibt er bestehen? Und wie klingt er aus?

Über die sogenannte ADSR-Hüllkurve lassen sich diese Phasen unmittelbar erklären und hören:

Attack – wie schnell ein Klang einsetzt.
Decay – wie sich der Klang nach dem ersten Impuls verändert.
Sustain – welches Klangniveau während des gehaltenen Tons bestehen bleibt.
Release – wie der Klang nach dem Loslassen ausklingt.

Auch Effekte lassen sich im Unterricht nicht nur theoretisch erklären, sondern direkt erfahren:

Reverb verändert den wahrgenommenen Raum.
Delay erzeugt zeitversetzte Wiederholungen.
Phasing lässt durch Frequenzverschiebungen charakteristische Bewegungen im Klang entstehen.
Rotary simuliert das Prinzip rotierender Lautsprecher und macht Bewegung selbst zum Bestandteil des Sounds.

So wird aus technischer Theorie eine hörbare Erfahrung.

Diese Zusammenhänge sind nicht nur für ProduzentInnen interessant. Auch PianistInnen und SängerInnen lernen dadurch bewusster wahrzunehmen, warum ein Klang nah oder weit, trocken oder räumlich, direkt oder schwebend wirkt.

Vom Instrument ins Recording

Die Kawai Stage Pianos können zugleich als MIDI-Instrumente in eine Recording-Umgebung eingebunden werden.

Eine musikalische Idee kann gespielt, aufgenommen, verändert und mit anderen Klangquellen verbunden werden. So entsteht im Unterricht eine direkte Brücke zwischen Instrumentalspiel und Produktion.

Klavier, Mikrofon, Computer und Smartphone sind dabei keine Ablenkung vom Musizieren.

Richtig eingesetzt werden sie zu Werkzeugen, mit denen musikalische Entwicklung hörbar, nachvollziehbar und reproduzierbar wird.

Aufnahmen können helfen, Details wahrzunehmen, Fortschritte zu vergleichen und musikalische Entscheidungen bewusster zu treffen. Eine Phrase lässt sich langsamer anhören, ein Fingersatz überprüfen, eine Gesangslinie vergleichen oder eine eigene Idee unmittelbar dokumentieren.

So wird Recording nicht zum Zusatz, sondern zu einem natürlichen Teil des musikalischen Lernens.

Der Grotrian-Steinweg

Ein Flügel mit eigener Biografie

Im privaten Wohnraum von Bastian Lee Jones steht ein historischer Grotrian-Steinweg-Flügel mit der Seriennummer 18975 aus dem Jahr 1907.

Der Flügel ist kein reguläres Unterrichts- oder Übeinstrument der BLJ Academy. Seine Bedeutung liegt vielmehr in seiner Geschichte, seiner klanglichen Präsenz und seiner Verbindung zu einer überlieferten musikalischen Salontradition.

Das Instrument gelangte über die Familie von Holleben zu Bastian Lee Jones. Sichtbare Spuren im Schellack, die Mechanik, das Gehäuse und die lange Nutzung machen deutlich, dass dieser Flügel über Generationen nicht nur bewahrt, sondern gespielt und erlebt wurde.

Heute gehört er zum persönlichen künstlerischen Umfeld von Bastian Lee Jones und steht für eine andere Seite derselben musikalischen Welt: für Tradition, Interpretation, Erinnerung und die Weitergabe musikalischer Geschichte.

Eine überlieferte Salon-Geschichte

Dr. von Holleben erzählte Bastian Lee Jones persönlich von der Geschichte des Flügels innerhalb der Familie.

Nach dieser Überlieferung wurde das Instrument im Umfeld privater musikalischer Salons genutzt. In dieser Welt spielte und arbeitete auch die Pianistin Martha Remmert, eine Meisterschülerin Franz Liszts und spätere Gründerin einer Franz-Liszt-Gesellschaft.

Dr. von Holleben berichtete außerdem, dass im gesellschaftlichen Umfeld der Familie auf dem Flügel nicht nur musiziert wurde. Nach seiner Erzählung wurde bei Festen sogar auf dem Instrument getanzt.

Die sichtbaren Kratzspuren im historischen Schellack sind damit nicht einfach Gebrauchsspuren. Sie gehören zu der überlieferten Biografie des Instruments und erzählen von einer Zeit, in der Musik, Gesellschaft und privater Salon eng miteinander verbunden waren.

Die konkrete Verbindung Martha Remmerts zu diesem Flügel ist Teil der persönlichen Überlieferung Dr. von Hollebens. Ihre eigene Bedeutung als Liszt-Schülerin und prägende Persönlichkeit der damaligen Musikkultur ist unabhängig davon historisch dokumentiert.

Eine musikalische Linie: Franz Liszt

Die Verbindung zur Liszt-Tradition bleibt dabei nicht ausschließlich Teil der historischen Überlieferung.

Auch im eigenen Repertoire von Bastian Lee Jones findet Franz Liszt seinen Platz. Seine Einspielung des „Liebestraum Nr. 3“ gehört mit über 100.000 Streams auf Spotify zu seinen erfolgreichsten klassischen Aufnahmen.

So begegnen sich auf dieser Seite zwei voneinander unabhängige Ebenen: die überlieferte Verbindung des historischen Flügels zur Liszt-Schülerin Martha Remmert – und die heutige Auseinandersetzung mit Liszts Musik im eigenen künstlerischen Werk.

Liebestraum Nr. 3 auf Spotify hören →

Das Vorspiel

Bevor der Flügel zu Bastian Lee Jones kam, spielte er Dr. von Holleben in dessen Berliner Wohnung am Südwestkorso zwei sehr unterschiedliche Werke vor:

Chopins Nocturne Es-Dur op. 9 Nr. 2

und seinen eigenen Song

„Über’s Meer“.

Gerade „Über’s Meer“ erhielt in diesem Moment eine besondere Bedeutung.

Dr. von Holleben hatte von seiner familiären Geschichte, der Verbindung der Familie zur Marine und seinem geplanten Rückzug nach Schleswig-Holstein erzählt. Der Song traf damit unerwartet auf einen persönlichen und biografischen Zusammenhang.

Das Vorspiel selbst folgte dabei weniger der Atmosphäre einer formellen Prüfung als einer privaten musikalischen Begegnung – in einer Tradition, wie sie über Generationen in Salons, Wohnräumen und privaten Konzertkreisen gepflegt wurde.

Später wurde der historische Grotrian-Steinweg-Flügel Bastian Lee Jones überlassen.

Die Übergabe ist durch einen Kaufvertrag mit einem eher symbolischen Kaufpreis dokumentiert.

Damit wechselte nicht nur ein Instrument den Besitzer.

Ein Stück persönlicher und musikalischer Geschichte wurde weitergegeben.

Vom Salon zum Wohnzimmerkonzert

Jahre später setzte sich eine alte Form musikalischer Kultur beinahe unbewusst fort.

Der Grotrian-Steinweg wurde erneut zum Mittelpunkt von Musik in einem privaten Raum – diesmal im Wohnzimmer von Bastian Lee Jones.

Dort entstanden Wohnzimmerkonzerte, Aufnahmen und eigene musikalische Arbeiten. Im Rahmen des Berliner Klavierfestivals Piano City wurde diese Form auch öffentlich sichtbar.

Damit schloss sich auf unerwartete Weise ein Kreis:

Aus dem historischen Salon wurde kein museales Erinnerungsstück, sondern ein lebendiger musikalischer Raum.

Der Flügel blieb Teil einer Kultur, in der Musik nicht nur aufgeführt, sondern unmittelbar geteilt wird – nah, persönlich und ohne große Distanz zwischen Interpret und Publikum.

Auch fotografische und filmische Dokumente aus dieser Zeit halten diese Konzerte fest und zeigen, wie sich die Tradition des privaten Salons in eine zeitgenössische Form übersetzte.

Klang auch technisch festhalten

Bei zahlreichen Wohnzimmerkonzerten und Aufnahmen wurde Bastian Lee Jones von Thomas Anker unterstützt.

Als technische Begleitung wirkte er insbesondere bei Mikrofonierung, Aufbau und Einrichtung der Recording-Technik sowie bei Tonaufnahmen mit. Damit half er, die besondere Atmosphäre dieser Konzerte nicht nur im Raum entstehen zu lassen, sondern auch klanglich festzuhalten.

Gerade bei einem akustischen Flügel gehört zur Aufnahme mehr als das Aufstellen eines Mikrofons: Position, Raum, Instrument und Aufnahmetechnik beeinflussen unmittelbar, wie Nähe, Resonanz und Dynamik später hörbar werden.

Dank an die helfenden Hände und das Publikum

Natürlich gilt der Dank an alle helfenden Hände, als Voract Mitwirkenden (u.a. Leon Glauning, einer meiner besten Schüler, der sehr erfolgreich mittlerweile sein Jazz Studium absolvierte). Und an das exzellente und treue Publikum, deren Lacher, Kommentare und Beifall man auf den Live-Aufnahmen mitbekommt!

Musik, die auf diesem Flügel weiterlebt

Der Grotrian-Steinweg blieb nicht nur Teil privater Konzertmomente. Auf ihm entstanden auch Aufnahmen und musikalische Projekte von Bastian Lee Jones.

Dazu gehört das bislang unveröffentlichte Piano-Solo-Projekt

sweet imperfections I

mit klassischen Werken, eigenen Kompositionen und ausgewählten Stücken, die unterschiedliche musikalische Welten miteinander verbinden.

Eine besondere Rolle spielt dabei „Song for Guy“ von Elton John. Das Stück bildet eine musikalische Brücke zu

sweet imperfections II / Livingroom Concerts II,

inem später veröffentlichten Projekt, das die Atmosphäre der Wohnzimmerkonzerte mit eigenen Songs weiterführt.

So wurde der historische Flügel erneut Teil eines lebendigen künstlerischen Prozesses:

nicht als museales Objekt, sondern als Instrument für Interpretation, Komposition, Recording und persönliche musikalische Entwicklung.

Die Aufnahmen zeigen zugleich, wie Vergangenheit und Gegenwart auf demselben Instrument weitergeführt werden können.

Hören & Sehen

Ein Teil dieser Geschichte ist nicht nur beschrieben, sondern auch hör- und sichtbar dokumentiert.

Franz Liszt – Liebestraum Nr. 3

Eine der bisher erfolgreichsten klassischen Einspielungen von Bastian Lee Jones mit über 100.000 Streams auf Spotify.

Auf Spotify hören →

Frédéric Chopin – Nocturne Es-Dur op. 9 Nr. 2

Eines der Werke, die Bastian Lee Jones Dr. von Holleben vorspielte.

Auf YouTube ansehen →

Blue Hotel

Ein Beispiel aus der Welt der Wohnzimmerkonzerte und der musikalischen Arbeit im privaten Raum.

Auf YouTube ansehen →

Instrumente, die weiterleben. Musik, die weitergegeben wird.

Wer die BLJ Academy, ihren Unterrichtsansatz und ihre Klangwelten kennenlernen möchte, kann ein persönliches Kennenlerngespräch vereinbaren.

Alternativ ist eine kurze Nachricht per WhatsApp möglich: +49 177 7111516.